Die 8. Denkwerkstatt Klimaschutzstrategie fand am 21.08.2025 im Wall Saal der Stadtbibliothek Bremen statt. Zu Gast waren Nele Wiehenkamp (Referentin für Grundsatzfragen der ökologischen Beschaffung bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft) und Birte Detjen (Kompetenzstelle für sozial verantwortliche Beschaffung bei Immobilien Bremen), um mit den Teilnehmenden über die Möglichkeiten von Kultureinrichtungen zu diskutieren, nachhaltig(er) zu beschaffen.
Der thematische Einstieg erfolgte über eine Vorstellung der Teilnehmenden, in der sie den Status Quo ihrer Beschaffungspraktiken darlegten und darauf eingingen, inwiefern Nachhaltigkeit in diesem Kontext bereits als Kriterium berücksichtigt wird. Dabei wurde deutlich, dass sich Nachhaltigkeit für bestimmte Produkte bereits als Auswahlkriterium etabliert hat. Genannt wurden Papierprodukte, die mit dem Blauen Engel zertifiziert sind, oder Regionalität und vegetarische bzw. vegane Optionen im Catering. Auch wurde Digitalisierung als Hebel für mehr Nachhaltigkeit genannt, wenn Printprodukte durch digitale Alternativen ersetzt werden. Gleichzeitig wurde auch auf bestehende Herausforderungen verwiesen: So ist nicht für jedes Produkt eine nachhaltigere Alternative verfügbar oder es entstehen durch die Beschaffung Mehrkosten. Es wurde die Besorgnis geäußert, dann die Kosten an Besuchende weitergeben zu müssen, die es sich nicht leisten können. Außerdem wurde von möglichen Widerständen bei der Einführung neuer Produkte berichtet, sowohl bei Mitarbeitenden also auch Besuchenden.
Einige Teilnehmende betonten grundsätzlich auf Suffizienz zu setzen und nur zu beschaffen, was tatsächlich zwingend erforderlich ist und wo möglich, auf gebrauchte Produkte zu setzen. Dabei wurde die Recherche für die Beschaffung von gebrauchten Produkten als deutlich zeitintensiver dargestellt.
Gefolgt wurde die Vorstellung von jeweils einem Input zu sozial und ökologisch verträglicher Beschaffung im Land Bremen. Grundlegend hierfür ist die Verwaltungsvorschrift für die Beschaffung der Freien Hansestadt Bremen aus dem Jahr 2019, in der festgeschrieben ist: "Nachhaltigkeit ist als durchgängiges Leitprinzip in allen Bereichen des bremischen Beschaffungswesens zu berücksichtigen. Die Beschaffung orientiert sich dabei an den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals). Das bedeutet, dass der Einkauf von Waren und Dienstleistungen durch zentrale Beschaffungsstellen und Bedarfsstellen unter ganzheitlicher und integrierender Betrachtung und unter Einbeziehung ökologischer, sozialer sowie ökonomischer Aspekte erfolgen muss."
Doch was bedeutet es, ökologische und soziale Aspekte in die eigene Beschaffung miteinzubeziehen? Bei der sozial verantwortlichen Beschaffung geht es darum, Produkte zu beschaffen, in deren Herstellung die Mindeststandards der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation eingehalten wurden. Im Input zu ökologisch verträglicher Beschaffung wurde dargelegt, dass umweltverträglich zu beschaffen bedeutet, grundsätzlich Aspekte des Umwelt- und Ressourcenschutzes und der Energieeffizienz in die eigenen Beschaffungsprozesse einzubeziehen. So etwa die Langlebigkeit, Reparatur- und Recyclingfähigkeit, Wiederverwertbarkeit, die Schadstoff- /Emissionsarmut und die Energieeffizienz eines Produktes. Es bedeutet, "anders" zu beschaffen, indem auf Alternativprodukte mit geringerer Umweltwirkung als konventionelle Produkte gesetzt wird. Es bedeutet allerdings auch, so die Referentin, weniger und bedarfsgerecht zu beschaffen, die Nutzungsdauer beschaffter Produkte zu verlängern oder ganz neue Lösungen zu suchen, so etwa statt der Beschaffung eines neuen Fahrzeugs auf alternative Mobilitätsformen zu setzen.
Das Bremische elektronische Katalog- und Bestellsystem "BreKat" kann auch von Kultureinrichtungen für die Beschaffung von Produkten genutzt werden. Das Artikelangebot ergibt sich aus zentralen bremischen Rahmenverträgen, die nach den vergaberechtlichen Bestimmungen ausgeschrieben werden. Es enthält eine eigene Kennzeichnung für sozial und ökologisch verträglich Produkte.
Kultureinrichtungen, die sich zum Thema nachhaltige Beschaffung beraten lassen wollen, können sich gerne an die Referentinnen wenden.
Nele Wiehenkamp
Referentin für Grundsatzfragen der ökologischen Beschaffung
Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft EMAIL: nele.wiehenkamp@umwelt.bremen.de
Birte Asja Detjen
Kompetenzstelle für sozial verantwortliche Beschaffung
Immobilien Bremen
EMAIL: birte.detjen@immobilien.bremen.de