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9. Denkwerkstatt Klimaschutzstrategie: Ökologische Standards in der Soziokultur

Zusammenfassung

Klimaschutz bedeutet Handeln in einem komplexen, sich stetig verändernden und herausfordernden Kontext, in dem die Lösungen von heute nicht unbedingt die Lösungen von morgen sind. Daher ist die Frage eher: was ist eine gute Lösung, nicht was ist die beste Lösung?

Die 9. Denkwerkstatt Klimaschutzstrategie fand in Kooperation mit Stadtkultur Bremen, Kulturbeutel Bremen, dem Nachbarschaftshaus Helene-Kaisen und dem Bundesverband Soziokultur am 8. Oktober 2025 statt. Als externe Expertin war Franziska Mohaupt (Referentin für Nachhaltigkeit und Organisationsentwicklung beim Bundesverband Soziokultur) eingeladen, die Ergebnisse des Projekts "Ökologische Mindeststandards für die Soziokultur" vorzustellen. Die beiden Bremer Praxispartner des Projekts (Kulturbeutel und das Nachbarschaftshaus Helene-Kaisen) berichteten von ihren Erfahrungen in der Anwendung der Ökologischen Standards.

Zum Einstieg in die Veranstaltung stellte die Referentin heraus, dass das Ziel der "ökologischen Standards" von Anfang an war, Komplexität in Handhabbarkeit zu übersetzen und einen systematischen Zugang zum Thema Betriebsökologie zu ermöglichen. Entstanden ist ein kostenfreies Werkzeug zur Selbstevaluierung, das das oft unsichtbare Engagement für Nachhaltigkeit von Kultureinrichtungen nachvollziehbar macht. Die ökologischen Standards bilden einen vollständigen Maßnahmenkatalog ab und unterstützen Kultureinrichtungen dabei, ihren aktuellen Stand im Kontext von Klimaschutz einzuschätzen, Maßnahmen zu planen und nachhaltige Entwicklungen aktiv zu gestalten. Darüber hinaus können die Standards auch genutzt werden, um systematisch über das eigene Engagement für Klimaschutz zu kommunizieren und den eigenen Fortschritt zu dokumentieren - eine wichtige Voraussetzung, um die Motivation aufrechtzuerhalten.

Dabei leitet das Tool Kultureinrichtungen durch die Entwicklungsphasen eines strategischen Nachhaltigkeitsmanagements, das den eigenen Handlungsrahmen definiert:

  • Schritt 1 beinhaltet die Entscheidung, die ökologischen Mindeststandards einzuführen und ein Nachhaltigkeitsmanagement zu etablieren.
  • Schritt 2 legt die Verantwortung fest für die Koordination und die Umsetzung des Prozesses.
  • In Schritt 3 folgt eine Bestandsaufnahme dessen, was in der Kultureinrichtung bereits umgesetzt wurde und was (noch) nicht.
  • Schritt 4 zielt auf die Verstetigung des Prozesses durch strategische Planung.

Dabei ist es für die Nutzung der ökologischen Mindeststandards vor allem wichtig anzuerkennen, so die Referentin, dass die Ausrichtung einer Organisation auf Nachhaltigkeit grundlegenden Wandel und Prioritätensetzung erfordert und somit einen langfristigen Prozess darstellt. Um den Einstieg in diesen Prozess zu erleichtern, gilt es zu Beginn zu definieren, welche Maßnahmen in der eigenen Verantwortung liegen und deshalb leicht umsetzbar sind.

Die ökologischen Mindeststandards können durch einen modularen Aufbau von allen Kultureinrichtungen genutzt werden, unabhängig von Sparte, Größe, Vorerfahrung oder Ausstattung: Es können Maßnahmen für verschiedene Programmebenen (Theater, Konzert, Club, Festival, Kulturelle Bildung, Veranstaltung, Konferenz), Veranstaltungsarten (Indoor, Outdoor) und Anforderungsgrade (Basis, Fortgeschritten und Expert) gefiltert werden.

Ausführliche Informationen zu den ökologischen Mindeststandards (externes PDF, größtenteils barrierefrei)

Tool zur Anwendung der ökologischen Standards