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Referat 12: Bildende Kunst, Literatur, Filmkunst und Kulturaustausch

Bildende Kunst, Kunst im öffentlichen Raum, Städtische Galerie, Literatur, Filmkunst/Medien, Kulturaustausch und Regional- und Minderheitensprachen

Das Referat 12 des Senators für Kultur engagiert sich für die Förderung, die Präsentation und die Vermittlung aktueller Kunst und Kultur im Bereich Bildende Kunst, Literatur, Filmkunst und Kulturaustausch. Durch das jährliche Projektmittelverfahren sowie das viermal im Jahr ausgeschriebene Projektmittelverfahren Junge Szene/Subkultur werden unterschiedliche Ausstellungs- und Festivalvorhaben, Lesereihen, Vermittlungsaktivitäten, künstlerische Einzelprojekte sowie auch Künstlerbuch- bzw. Kunstkatalogzuschüsse in den Bereichen Bildende Kunst, Film/Medien und Literatur unterstützt, um insbesondere die Freie Szene in Bremen zu stärken.

Außerdem gewährt der Senator für Kultur schon seit vielen Jahren diversen nicht-kommerziellen Galerien und Produzentenzusammenschlüssen, Kunst- und Kulturvereinen sowie Verbänden wie dem Berufsverband Bremer Bildender Künstler*innen, BBK und dem Künstlerinnenverband GEDOK Bremen, aber auch lang etablierten Institutionen, wie u.a. dem Künstlerhaus Bremen, dem Filmbüro, dem Literaturkontor, dem virt. Literaturhaus, dem Verein 23 im Güterbahnhof, der GAK, dem inklusiven Blaumeier-Atelier sowie dem Kommunalkino City 46 jährlich institutionelle Zuschüsse und begleitet sie fachlich eng in ihrer Weiterentwicklung und -profilierung.

Neben der Projektförderung und den institutionellen Unterstützungen gibt es darüber hinaus noch weitere Förderinstrumente, die der Senator für Kultur kontinuierlich unterstützt, um eine große Sichtbarkeit für die vibrierende Kunst- und Kulturszene Bremens zu schaffen, aber auch (inter-)nationale Vernetzungen effektiv voranzutreiben. Die Vergabe von (Förder-)Preisen, Stipendien und renommierten Residencies oder auch die Zurverfügungstellung bzw. Ausschreibung von Ausstellungsmöglichkeiten gehören dabei ebenso zur nachhaltigen Förderstrategie des Senators für Kultur wie das Vorhaben, sich 2023 bei der UNESCO um den Titel „City of Literature“ zu bewerben. Bei Erhalt des Titels würde Bremen ab 2024 dem weltweiten Creative Cities Netzwerk der UNESCO angehören, das Fragen der Stadt- und Kulturentwicklung sowie -förderung stets eng miteinander verbindet und vor allem medienübergreifende Projekte vorantreibt.

Literatur

Bremen bewirbt sich um den UNESCO-Titel „City of Literature“

Gemeinsam kreativ werden – [KURSIV mit] und [KURSIV für] die Bremer Literaturszene etwas bewegen – darum bewirbt sich die Freie Hansestadt Bremen im Jahr 2023 um den UNESCO-Titel „City of Literature“. Es geht darum, die Bremer Literaturszene – die durch ihre Festival- und Theaterlandschaft ebenso international überzeugt wie durch die vielen kleineren, aber exquisiten Literaturprojekte hervorsticht – dauerhaft zu stärken, produktive Synergien zu bündeln, kluge Vernetzungen voranzutreiben und eine effektive Weiterprofilierung der bestehenden Strukturen anzustoßen.

Das Ziel ist klar: Möglichst viele Menschen für Literatur und die Kulturtechnik des Lesens und Schreibens zu begeistern. Schon jetzt ist viel Bewegung in der Bremer Literaturszene zu verzeichnen und es stehen einige der zentralen Prestigeprojekte fest, mit denen sich Bremen um den UNESCO-Titel „City of Literature“ 2023 bewerben wird.

Unter folgenden Links können Sie mehr zum aktuellen Bewerbungsverfahren, dem neuen digitalen Literaturmagazin sowie zu den einzelnen Literaturakteuren und -institutionen, die die Literaturszene Bremens auf vielfältige Weise bereichern, erfahren:

www.bremen.de/kultur/literatur#/

www.literaturmagazin-bremen.de/city-of-literature

Preise, Stipendien und Residenzen im Literaturbereich

Bildende Kunst

Künstlerinnen und Künstler brauchen verlässliche und nachhaltige Förderformate, die es ihnen ermöglichen, künstlerisch zu arbeiten, ihre Werke öffentlich zu präsentieren, sie bekannt zu machen, zu erörtern und darüber in den gesellschaftlichen Diskurs zu treten. Ein wesentlicher Aspekt der Bremer Kunstförderung ist deshalb neben diversen Förderformaten (Preisen, Stipendien, Residencies etc.) auch die Netzwerkbildung der Kunstszene mit- und untereinander. Schließlich stellen die Hochschule der Künste und die Universität Bremen, künstlerische Gruppierungen, Vereine und Ausstellungshäuser, Museen, private und kommerzielle Galerien, die Kunstkritik, aber auch Sammler und Sammlerinnen und nicht zuletzt das neugierige und offene Bremer Publikum ein kulturelles Kräftefeld in der Hansestadt dar, das es effektiv zu unterstützen und zu fördern gilt.

Städtische Galerie Bremen

Die Städtische Galerie Bremen (als Teil des Referats 12) ist repräsentatives Schaufenster für die zeitgenössische regionale Kunst. Sie zeigt Ausstellungen aktueller Kunst aus der Region im Dialog mit dem überregionalen Kunstgeschehen und führt jedes Jahr die renommierte Ausstellung zum Bremer Förderpreis für Bildende Kunst durch. Damit präsentiert die Galerie den künstlerischen Nachwuchs und neue Tendenzen der Gegenwartskunst, die durch die Einzelausstellungen der Förderpreisträger*innen in spezifischen Positionen sichtbar werden.

Ein Fokus der Ausstellungstätigkeit der Städtischen Galerie liegt auf Gruppenausstellungen zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen. Hier werden unter thematischen Gesichtspunkten Bremer Positionen mit internationalen Künstler*innen zusammengebracht. Auf diese Weise können wichtige gesellschaftliche Anliegen verhandelt und durch die Kunst neue Perspektiven und Diskurse eröffnet werden.

Mit erfolgreichen Ausstellungen, die in der Öffentlichkeit großen Anklang gefunden haben, wie zuletzt „Kabbo ka Muwala – The Girl´s Basket. Migration und Mobilität in Süd- und Ostafrika“ (2016 in Kooperation mit der National Gallery of Zimbabwe und der Makerere Art Gallery, Kampala, Uganda), „Deep Sea“ (2018 in Kooperation mit dem Kunstmuseum Ystad, Schweden), „Olfaktor: Geruch gleich Gegenwart“ (2021 innerhalb des großen Bremer Kooperationsprojekts „Smell it!“) oder „bike in head“ (2022 in Kooperation mit der Städtischen Galerie Delmenhorst und der Kunsthalle Wilhelmshaven) eröffnet die Städtische Galerie Bremen der lebhaften und engagierten regionalen Kunstszene eine überregionale Bühne, auf der sich vor Ort eigenständige, neue und besondere Positionen finden, die das Spektrum des jeweiligen Themas erweitern.

In enger Kooperation mit anderen Bremer Institutionen der zeitgenössischen Kunst, mit den Verbänden der Künstler*innen, BBK und GEDOK, mit der Hochschule für Künste (HfK), mit überregionalen Kooperationspartner*innen und mit den Bremer Partnerstädten, die immer wieder zum internationalen Austausch in der Bildenden Kunst beitragen, bietet die Städtische Galerie Bremen in den großen und offenen Räumen der ehemaligen Remmer-Brauerei, direkt an der Kleinen Weser gelegen, ein Ausstellungsprogramm, das der Vielfalt der Bremer Kunstszene und deren gesellschaftspolitischem Anspruch gerecht wird. In regelmäßigen Abständen werden außerdem wichtige Künstler*innen aus Bremen in Einzelausstellungen gewürdigt.

Neben der umfassenden Ausstellungstätigkeit verwaltet die Städtische Galerie Bremen darüber hinaus die große Sammlung regionaler Kunst der Hansestadt Bremen. Es handelt sich um circa 6.000 Werke seit der Nachkriegszeit, deren Schwerpunkt in der Zeit zwischen 1984 und 2004 liegt, als das Programm „Soziale Künstlerförderung“ einjährige Stipendien an Bremer Künstler*innen unter der Bedingung vergeben hat, dass eine der in dem Jahr entstandenen Arbeiten anschließend der Sammlung der Stadt überlassen wird.

Mit seinen vier bis sechs Ausstellungen im Jahr, einem umfassenden Veranstaltungsprogramm und einer vielfältigen Sammlung gehört die Städtische Galerie Bremen zu den größeren Kunsthäusern der Stadt und ist eine wichtige und zentrale Institution, die durch ihre enge Einbindung in die Kunstförderung beim Senator für Kultur für die regionale Kunstszene seit 1991 zur außergewöhnlichen Sichtbarmachung und fachlichen Einordnung Bremer Kunst nachhaltig beiträgt.

Homepage Städtische Galerie Bremen

Kunst im öffentlichen Raum

Bremen gilt als Vorreiter für das Programm „Kunst im öffentlichen Raum“. 1973 hat Bremen als eines der ersten Bundesländer durch einen senatorischen Grundsatzbeschluss Kunst im öffentlichen Raum fest verankert und somit für einen bemerkenswerten Schub bei der Realisierung von Kunst im Außenraum gesorgt. Bis heute sind seit dieser Zeit rund 680 Einzelwerke entstanden, die im öffentlichen Raum aufgestellt wurden und in der Regel dauerhaft in das Eigentum der Freien Hansestadt übergegangen sind. Nicht nur diese durablen Kunstwerke, sondern auch die rund 670 temporären Projekte, die in den letzten Jahrzehnten im öffentlichen Raum in Bremen stattgefunden haben, sind auf einer speziell dafür eingerichteten Homepage des Senators für Kultur mit Archivfunktion dokumentiert.

Dabei haben nicht nur regionale Künstler und Künstlerinnen aus Bremen und umzu, sondern auch überregionale Künstler*innen aus Deutschland und dem Ausland beeindruckende Interventionen in Bremen platziert. Neue Arbeiten kommen insbesondere über Kunst am Bau-Projekte laufend hinzu. Die Auswahl der Projekte erfolgt über Wettbewerbe sowie über Direktaufträge, die auf Entscheidungen des Landesbeirats für Kunst im öffentlichen Raum basieren.

Zu beachtlichen Neuanwerbungen hat nicht zuletzt auch der renommierte Rolandpreis für Kunst im öffentlichen Raum beigetragen. Seit 1990 wird der Preis im dreijährigen Turnus von der Stiftung Bremer Bildhauerpreis, dessen Vorstand vom Senat der Freien Hansestadt Bremen alle 6 Jahre berufen wird, vergeben. Nach einer inhaltlichen Neuausrichtung wird der Preis, der federführend vom damaligen Leiter der Städtischen Galerie, Hans-Joachim Manske (+ 2021) aus der Taufe gehoben worden ist, seit 1990 unter dem heutigen Namen verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Er zeichnet (inter-)nationale Künstler und Künstlerinnen aus, die mit ihren Arbeiten neue Denk- und Aktionsfelder für die Kunst im öffentlichen Raum erschließen und sich auf diesem Feld verdient gemacht haben.

Einige Arbeiten der renommierten Preisträger*innen konnten im Nachgang vom Senator für Kultur mit zusätzlicher Hilfe von privaten Sponsoren fest angekauft werden. Zuletzt ist der subversiv-politische Leuchtschriftzug „Power Joy Humor Resistance“ von der Künstlerin Monica Bonvicini 2021 erworben und dem Museum Weserburg als Dauerleihabe für die Außenfassade zur Verfügung gestellt worden.

Stiftung Bremer Bildhauerpreis

Preise, (Atelier-)Stipendien und Residenzen im Bereich Bildende Kunst und Filmkunst/Medien

Städtepartnerschaftlicher und internationaler Kulturaustausch

Der städtepartnerschaftliche Kulturaustausch gehört schon seit vielen Jahrzehnten zu den wichtigen Bestandteilen der Außenbeziehungen der Freien Hansestadt Bremen. Aktuell unterhält Bremen sechs Städtepartnerschaften: Und zwar seit 1976 mit Danzig (Polen) und ab 1985 mit Riga (Lettland). Im gleichen Jahr ist die Partnerschaft mit dem chinesischen Dalian hinzugekommen. 1988 folgte die Verbindung zum israelischen Haifa. Seit 1995 besteht darüber hinaus eine weitere Stadtpartnerschaft mit Izmir (Türkei) sowie seit 2011 mit Durban (Südafrika). Zudem werden schon seit längerem enge Verbindungen mit Windhoek (Namibia) gepflegt. Darüber hinaus laufen derzeit intensive Gespräche auch die ukrainische Hafenstadt Odessa (Ukraine) bald Partnerstadt von Bremen nennen zu dürfen. Projektmittelanträge, die kulturelle Austauschprogramme und -ideen mit diesen Städten planen bzw. zu intensivieren versuchen, werden in der Regel – wenn dies die beschränkten finanziellen Mittel zulassen – vom Senator für Kultur ausdrücklich begrüßt, ideell begleitet und/oder auch finanziell unterstützt.

Eine Übersicht von Bremens Partnerstädten

Internationale Studienaufenthalte über die Kulturstiftung der Länder

Die Kulturstiftung der Länder, die vom Bund und allen Bundesländern gleichermaßen finanziell getragen wird, vergibt einmal im Jahr an hochbegabte und außergewöhnlich qualifizierte Künstler*innen, die in ihrer Kunstsparte bereits eine überregionale, möglichst internationale Sichtbarkeit erfahren haben, mehrmonatige Auslandsstipendien für renommierte Häuser und Institutionen wie die Villa Massimo und die Casa di Goethe in Rom, Casa Baldi in Olevano Romano, dem Studienzentrum in Venedig sowie für die Cité Internationale des Arts in Paris. Bewerben können sich Künstler*innen und Kulturschaffende aus den Sparten Architektur, Bildende Kunst, Literatur und Musik, die sich international bereits durch relevante, greifbare Projektumsetzungen (Architektur), institutionelle Auftritte (Bildende Kunst), Veröffentlichungen (Literatur) oder Produktionen (Musik) besonders hervorgetan haben. Seit 2020 ist von der Kulturstiftung des Bundes ein direktes Online-Bewerbungsverfahren eingeführt worden, das die Bewerbungsmodalitäten nicht nur stark vereinfacht, sondern auch für deutlich höhere Transparenz gesorgt hat.

Mehr Informationen zu den einzelnen Stipendienmöglichkeiten finden Sie auf der Homepage der Kulturstiftung der Länder.

Regional- und Minderheitensprachen

Am 1. Januar 2018 hat die Freie Hansestadt Bremen zusammen mit den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg die Länderzentrum für Niederdeutsch gGmbH (= LzN) gegründet, damit diese sich fortan federführend um die Erfüllung der durch die Unterzeichnung der Europäischen Sprachencharta eingegangenen Verpflichtungen kümmert, koordinierend wirkt sowie neue Projekte initiiert und entwickelt. Im Fokus der Arbeit des LzN mit offiziellem Handlungsauftrag und festem Sitz Mitten in Bremen (Contrescape 32) stehen der Schutz, der Erhalt und die Weiterentwicklung des Niederdeutschen. Von hier aus werden diese Ziele länderübergreifend koordiniert und Verbände, Ehrenamtliche und wissenschaftliche Institutionen eng eingebunden. Das LzN hat zur Aufgabe, das Wissen über das Niederdeutsche in die verschiedenen Bereiche zu vermitteln. Die Aufgabenfelder der in diesem Bereich tätigen Gremien umfassen Bildung, Kirche, Pflege und Kultur. Darüber hinaus bilden die Unterstützung ehrenamtlichen Engagements und die Nachwuchsförderung durch die Entwicklung von innovativen Formaten (wie Online-Seminare, E-Learning, Videoclips, Comic-Strips, anschaulichem Info-Material etc.) weitere Schwerpunkte. Das LzN ist maßgeblich in den Handlungsfeldern Bildung und Kultur und einem anwendungsorientierten Transfer aus der Wissenschaft tätig. Wie vielschichtig, rege und innovativ das LzN aufgestellt ist, sieht man auch daran, dass das LzN im Jahr 2022 mit dem renommierten Initiativpreis Deutsche Sprache für das Projekt „Platt in die Pleeg“ von der Eberhard-Schöck-Stiftung ausgezeichnet und geehrt worden ist.

Erfahren Sie mehr über die vielfältigen Projekte und Initiativen des Länderzentrum für Niederdeutsch auf der Webseite des LzN.